Ein schmaler Grat

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„Wahrlich ein schmaler Grat auf dem du gehst!
Nur die Wahl zwischen dem Ziel und dem Absturz muss noch getroffen werden...

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Mich mit schlechten Gefühlen besaufen,
alles Dunkle sammeln und in mir versuchen aufzubewahren.
Das Fass des Frustes bring ich ganz langsam zum überlaufen,
sämtliche Tränen der Trauer sich um mich scharen.

In diesem Zustand schreite ich meinen schmalen Pfad,
wäge ab ob es denn nun zum Absturz reicht.
Dreht sich weiter für mich das Lebensrad
oder ist der Fall für mich nun endlich leicht?

Das heiss ersehnte Ziel und der sagenhafte Lebenssinn,
unendlich weit, unklar und nie wirklich in Sicht.
Am Schluss meines Weges doch nicht der erwartende Gewinn?
Am Ende des Tunnels gar die Enttäuschung getarnt als Hoffnungslicht?

Soll man denn wirklich bis zum Ende gehen,
jemand sein, welcher dem Ziel entgegenrennt?
Ist es nicht besser schweigend im Dunkeln zu stehen
und zu warten bis man sich freiwillig vom Wege trennt?

Die Winde des Schicksals werden sich andauernd drehen.
Die Entscheidungen werden einem von Niemanden abgenommen.
Die Hoffnungen werden mir immer wieder davon wehen,
zurück in den Abgrund woher sie sind gekommen.

Ich stehe auf meinem schmalen Grat,
blicke nach vorne, dann lächle ich wieder dem Abgrund zu.
In den nächtlichen Nebeln sehe ich auch keinen Rat,
jedoch hätte ich dort endlich meine langersehnte Ruh.

Leider reicht es heute wieder nicht zum springen,
so schreit ich leidend weiter meinen Weg nach fort.
Schritt für Schritt meine quälenden Füsse mich weiterbringen...
Weiter und weiter zu einem ungewissen, gar ungewollten Ort.

Die Reise ist für mich zwingend weitergehend,
bis ich mich endlich entschieden habe:
Als trauriger Sieger im ungewissen Ziele stehend
oder ob ich schon vorher lachend allen "Lebewohl!" sage.

Text von Snowhawk