Information für Patienten - Dexamin
(Dexamphetamini Sulfas)


Ta b l e t t e n:
Stimulans des Zentralnervensystems

Z u s a m m e n s e t z u n g

1 Tablette enthält:
Dexamphetamini sulfas
5 m g
Exicp. pro compr.

E i g e n s c h a f t e n / Wi r k u n g e n

Dexamphetamin, das rechtsgedrehte Isomer von Amphetamin, ist wie dieses ein indirekt wirkendes Sympathomimeticum. Als solches setzt es zentral wie peripher Noradrenalin aus noradrenergen Neuronen frei, hemmt kompetitiv die Wiederaufnahme des Neurotransmitters und stimuliert so vor allem die α- aber auch β-Rezeptoren, ohne selber eine Affinität zu diesen Bindungsstellen zu besitzen.

Dexamin ist insbesondere eine zentral erregende Substanz, die unter anderem auch eine appetithemmende Wirkung entfaltet. Diese Wirkung ist vorübergehend und nimmt bei fortschreitender Anwendung nach wenigen Wochen ab. Ebenfalls einer Gewöhnung unterliegen die peripheren Wirkungen, vornehmlich diejenigen auf den K r e i s l a u f. Chronischer Gebrauch führt zu Persönlichkeitsveränderungen, stereotypem Verhalten und wegen der euphorisierenden Wirkung zu mehr psychischer denn zu physischer Abhängigkeit.

I n d i k a t i o n

Kurzfristige (3–4 Wochen), unterstützende Behandlung von Adipositas zusammen mit einer kalorienreduzierten D i ä t .

D o s i e r u n g

Die übliche Dosierung beträgt 1 Tablette 2–3 mal täglich vor den Mahlzeiten.
Um Einschlafstörungen zu vermeiden, soll die letzte Tagesdosis nicht nach 16 Uhr eingenommen werden.
Die angegebene Dosierung darf nicht überschritten werden. Falls bei Adipositas eine wiederholte Anwendung überhaupt in Betracht gezogen wird, soll eine Behandlungspause eingelegt werden, welche zeitlich mindestens der vorangegangenen Therapiedauer entspricht.

A n w e n d u n g s e i n s c h r ä n k u n g K o n t r a i n d i k a t i o n e n :

Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe oder auf sympatomimetischen Amine, kardiovaskuläre Erkrankungen (Hypertonie, fortgeschrittene Arteriosklerose), Herzrhythmusstörungen, Hyperthyreose, Agitation, Phäochromozytom, Glaukom, Prostataadenom, Nieren- und Leberinsuffizienz, Epilepsie, Neigung zu Medikamentenund/oder Alkoholabusus, Kinder unter 12 Jahren.
Aufgrund neurologischer und zirkulatorischer Reaktionen darf Dexamin nicht zusammen mit MAO-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen verwendet werden.

Vo r s i c h t s m a s s n a h m e n

Patienten, die Maschinen bedienen sowie Fahrzeugführer sind darauf hinzuweisen, dass Dexamin die Reaktionsgeschwindigkeit und das Konzentrationsvermögen beeinträchtigen kann.
Dexamin sollte bei alten und asthenischen Leuten sowie bei psychisch-kranken Patienten, wenn überhaupt, nur mit Vorsicht angewendet werden.
Die Möglichkeit einer psychischen und/oder physischen Abhängigkeitsentwicklung sollte besonders bei vorbelasteten Patienten (z.B. Alkoholiker, Medikamentenabhängige) berücksichtigt werden.
Ein abrupter Abbruch einer Langzeittherapie kann eine schwere Depression oder chronische Nervosität demaskieren. Darüber hinaus werden Schlaflosigkeit, Angstzustände, Müdigkeit und Dysphorie beobachtet.

Unerwünschte Wi r k u n g e n

Schwindel, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Nervosität, Reizbarkeit, Mundtrockenheit, Nausea, Erbrechen, Diarrhoeund Obstipation, Hypertonie, Hypotonie, Tachykardie, Arrhythmien, präcordiale Schmerzen, Störungen der Sexualfunktionen, Miktionsstörungen sowie Überempfindlichkeitsreaktionen (Urtikaria, Exantheme).

Bei La n g z e i t a n w e ndung: Gesundheitsstörungen wie Beeinträchtigung der Konzentrationsfähgikeit, Leistungsschwäche, Pe r s ö n l i c hkeitsveränderungen, Abhängigkeit.

I n t e r a k t i o n e n

Sympathomimetika verstärken die Wirkung von Dexamin.
Zusammen mit MAO-Hemmern kommt es zu Blutdrucksteigerung und gegenseitiger Wirkungsverstärkung.
Phenothiazine und Antidiabetika vermindern die Wirkung von Dexamphetamin, zusammen mit Antihypertonika wird die Wirkung gegenseitig eingeschränkt.
Barbiturate und Benzodiazepine steigern die Effekte von Dexamin.
Levodopa und trizyclische Antidepressiva verstärken die Wirkung von Dexamphetamin.
Dexamin verstärkt die zentrale Wirkung von Amantadin.

Ü b e r d o s i e r u n g S y m p t o m e :

Halluzinationen, aggressives Verhalten, psychomotorische Unruhe, Tachykardie, Blutdrucksteigerung, Steigerung der Körpertemperatur.

H i n w e i s e:

Untersteht der Kontrolle gem. Bundesgesetz über Betäubungsmittel.

G. Streuli & Co. AG, Uznach