Schmetter(K)linge im Bauch

"Es ist ein Gefühl, als hätte man Schmetterlinge im Bauch. Nur dass es das genaue Gegenteil davon ist. SCHMERZ."

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Viele kennen dieses Gefühl. Man lernt jemand Nettes kennen, mag die Person und dann kommt es. Man nennt es Liebe, Sehnsucht... oder einfach "Schmetterlinge" im Bauch haben. Man fühlt sich ziemlich wohl in der Nähe der Person. Möchte möglichst viel bei ihr sein. Wenn man beachtet wird, fühlt man sich im 7. Himmel. Die ganze Welt ist Rosa und der innere Frühling geht auf. Dann gesteht man diese Gefühle und sie werden sogar noch erwidert. Und ein Traum wird wahr. Es muss jetzt nicht mal die Liebe sein. Nimm ein wohltuendes Gefühl... Nimm die innere Wärme... Nimm jetzt genau dieses Gefühl, genau dieses Gefühl wie es ist... Stell dir es vor, erinnere dich wie es war bzw. fühle es sogar in diesem Moment. Nimm jetzt einfach dieses Gefühl und kehre es ins Negative. Die Schmetterlinge im Bauch werden zu kleinen Klingen die dich zerschneiden. Schmetterklingen. Nimm all deinen Genuss und ziehe das Negative Bild daraus, den Schmerz. Dann weisst du, wie ich oft lebe. Dieses Gefühl begleitet mich durch den Tag. Seit... Ich weiss auch nicht... Seit ich nicht mehr Kind bin.

Übertrieben Heuchlerei auf der Suche nach Mitleid? Nein. Die Schmetterklingen sind da. Mal stärker mal schwächer. Mir ist es egal ob du das für eine übertrieben Aussage hältst oder nicht. Der Schmerz ist wie die Liebe... Er kommt und geht und wird schwächer... Mit der Ausnahme, dass ich so ein Gefühl wie LIEBE schon lange nicht mehr empfand. Nur den Schmerz davon. Was kommt diesem Schmerz nahe. Ja... Unerwiderte Liebe. Den Frust wenn man abgewiesen wird. das kommt schon ziemlich Nahe. Nur mit dem Unterschied, dass ich von Niemandem abgewiesen wurde. Es ist einfach da, dieses Gefühl, dieser Frust. Ohne jemals verursacht worden zu sein. Aber nein! Das war es noch nicht, es kommt noch besser:

Stell dir vor... Jede Freude verursacht einen Schmerz in dir. Je grösser die Freude sein sollte, um so mehr windest du dich in deinem kümmerlichen Leben. Kein wohltuendes Gefühl der Belohnung der Freude... nein, ein quälender Druck als "Belohnung" der Freude.

Du gehst mit einer Kollegin essen... Gehst mit ihr in den Ausgang. Eigentlich sollte man dies geniessen... Aber man fühlt sich alles andere als Wohl. Sich nicht in der Haut wohlfühlen. Der Schmerz nagt an einem während man am Tisch sitzt und dem Gespräch lauscht. Man redet und isst und leidet. Man geht ins Kino... Man geht ins Schwimmbad... Man geht ins Billiarden... Alles tut weh. Die Freude selbst verursacht Schmerz.

Stell dir vor, dass Wasser was man so dringend zum leben braucht, wäre ein ätzendes Etwas. Jeder Schluck davon zerfrisst deine Speiseröhre und nagt im Bauch... Und doch musst du es trinken um zu überleben.

Ich brauche Kontakt, ich suche Kontakt, doch tut der Kontakt weh. Alles was mir Freude bereitet, bereitet mir Schmerzen. Stimmt da etwas im Kopf nicht? Werden Schmerzhormone statt Buttersäure in meinem Kopf als Belohnung ausgeschüttet? Ich würde gerne mal in die "Röhre" und schauen was mit mir nicht stimmt. Wahrscheinlich würde jedoch alles "normal" aussehen. An mir ist halt nichts Besonderes. Schade, dass man Schmerz nicht sehen kann, ich würde wohl ein strahlendes Fackellicht sein. Etwas was nicht erlischt.

Ich kann mich nicht mitteilen, ich kann mit Niemanden reden. Ich will und will es nicht. Willenlos? Der Schmerz lähmt meine Gedanken und meine Taten. Oft sitz ich nur schweigend da.

Lade mich ins Kino ein, ich freue mich riesig darauf... Kurz danach kommt die Bezahlung in Schmerz.
Sag du magst mich, ich freue mich... Kurz darauf kommt die Bezahlung in Schmerz.
Bereite mir Freude und ich erhalte Schmerz.
Bereite mir Schmerz und ich erhalte Freude?

Nein, leider geht diese Logik nicht auf. Leider nicht. So sehr ich mir das auch wünschte. Ich stehe nicht auf Schmerzen. Ich suche sie nicht. Ich versuche von ihnen davonzulaufen. Doch es geht nicht. Wie eine Fuchsjagd verfolgt dich der geifernde Schmerz nur um dich zu zerfetzen.

Ich weiss nicht, wenn ich mich bei jemanden Ausreden würde, wäre ich wohl am Abend nicht mehr hier. Hab ich doch alles gesagt und bin ich alles losgeworden. Nur um zu wissen, dass dieses Wohltuende Gefühl wieder mit Schmerz bezahlt wird.

Wie viele male kommt das Wort "Schmerz" in diesem Text drin vor?

Kann man etwas gegen die Liebe tun?

Wenn eine Partnerschaft zerbricht, schwört man das andere Geschlecht ab und sagt, man verliebe sich nie wieder... Nur um kurz darauf wieder in die selbe Falle zu tappen.

Die Liebe ist angeblich der mächtigste Kraft auf diesem Planeten.
Ich sage, der Schmerz triumphiert jedoch darüber.

Ich kann mir selber nicht sagen: SO JETZT HAST DU NIE MEHR SCHMETTERKLINGEN IM BAUCH. Eine Stunde später sind die Augen schon getrübt und ausdruckslos, das Herz voller Schmerz. Man liebt jedoch Niemanden. Man HASST den Schmerz und dich selbst. Krankes Geschwür in einer Gesunden Welt oder doch einfach nur eine letzte gesunde Zelle in einer KRANKHEIT?

Mein Medikament gegen Schmerzen heisst HASS. Sobald ich etwas hasse, verschwindet mein Leiden. Verdammt nochmals, soll ich etwa die ganze Welt hassen? Wie stellt sich mein Herz diese Welt vor? Das ich ein Arschloch bin, alle Hasse und allen Weh tue und diese mich dann doch noch lieben? Krankes Herz... rausschneiden, wegschiessen oder was auch immer. DAS SOLLTE MAN. Aber man tut es nicht.

Das Kranke am Schmerz ist, man weiss wenigstens noch, dass man lebt. Wenn ich an meine Kolleginnen und Kollegen denke... Meine Güte... Ich mag meine Kollegen und liebe all meine Kolleginnen. Schmerzschmerzschmerzschmerzschmerz.

Sollte ich mich selbst hassen? Klappt ja leider irgendwie auch nicht. Dazu bin ich mir zu gut. Was bringt es sich selbst zu hassen ausser den Tod oder Verstümmelung. Der Tod kommt so oder so. Und wenn ich mich irgendwie Schneide oder sonst was, sieht man es ja sogar noch von Aussen hin, dass ich nicht ganz richtig im Kopf bin. Wuahahaha.

Ich bin krank... Na wenigstens bin ich etwas. Krank nach Liebe die Schmerz verursacht.

Hass die Welt, hass dich selbst, hasse alles und jeden... Toll... Dann hab ich lieber den Schmerz.

Ich leide lieber als ein Arschloch zu sein.

Wieso soll ich Anderen weh tun nur weil ich verletzt bin? Ich versuche gegen die Natur anzukämpfen. Ein verletzter Tiger ist gefährlicher als alles andere. So ergeht es mir. Die Natur drängt mich, zuzuschlagen... Doch meine Seele will es nicht. Ich möchte keine Tränen in den Augen Anderer sehen. Meine Tränen sind schon genug die mich Innerlich versaufen lassen.

Mach doch Anderen das Leben schön... Schau das es ihnen besser geht als dir. Zeig ihnen schöne Dinge. Die Belohnung die du kassierst ist aber wieder SCHMERZ. Das erinnert mich an die Elektroschocktherapie. NEIN ICH SELBST HATTE NIE EINE. (schade) Aber stell dir mal vor, eine gewisse Tätigkeit verursacht einen kleinen Stromstoss. Stell dir vor dort steht ein Glas Wasser das unter Spannung steht. Das erste Mal langst du das Wasserglas an und zuckst zusammen. ein 2. mal versuchst du es nochmals, jedoch mit Misstrauen. Das Dritte mal wirst du das Glas nicht mehr freiwillig anfassen wollen... Nur der Durst wird dich dazu zwingen. So ergeht es mir... Du versuchst den Anderen die schöne Seiten zu zeigen. Du lebst davon. Und doch erhältst du jedes Mal, wenn du Freude verspüren solltest, diesen Schmerz. Statt Schmetterlingen in Bauch, SCHMETTERKLINGEN.

Etwas läuft falsch... Ganz falsch... Nur konnte mir keiner bis jetzt sagen WAS. Ich hab aber auch noch nie gefragt. Entweder spinnt die ganze Welt und ich bin einer der wenigen NORMALEN... Oder nur ich spinne.

An dieser Stelle möchte ich all meinen Kolleginnen eine Liebeserklärung machen. Egal wie lange ich sie kannte, kenne und kennen werde.

So das tat jetzt richtig gut. Und da, da kommen sie geflogen, die Schmetterklingen. Bald ist wieder Mittag und ich geh mit meiner Arbeitskollegin essen. Mir wird’s Freude bereiten und ich werde unsichtbares Blut spucken weil ich wieder beinahe draufgehe.

Tolle Welt.

"Text von Snowhawk"